Typologie der Schweizer Mediennutzung

Auf Basis der repräsentativen Studie IGEM-Digimonitor haben die IGEM und die WEMF AG für Werbemedienforschung eine Typologie der Schweizer Mediennutzung entwickelt. Sie unterscheidet fünf Mediennutzungstypen und zeigt, wie unterschiedlich die Schweizer Bevölkerung elektronische Medien, digitale Angebote und Geräte nutzt.

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    Klassische sind am häufigsten, Technikaffine am seltensten

    Die Schweizer Bevölkerung lässt sich anhand ihres Mediennutzungsverhaltens in fünf unterschiedliche Typen einteilen. Die grösste Gruppe bilden die Klassischen (32%), gefolgt von den Selektiven (24%) und den Always-on (19%). Die Analogen machen 16% der Bevölkerung aus, während die Technikaffinen mit 9% die kleinste Gruppe darstellen.

    Quelle: IGEM-Digimonitor 2026, repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung von 15 bis 75 Jahren mit mindestens gelegentlicher Internetnutzung; 6,4 Mio. Personen, n = 1’957.

    Die fünf Mediennutzungstypen

    Die fünf Typen im Überblick

    Typ 1 – Analoge

    Typ 1, die Analogen, gemäss der Mediennutzungs-Typologie der IGEM basierend auf der Studie Digimonitor

    Die Analogen sind in der klassischen Medienwelt verankert und nutzen digitale und neue Angebote zurückhaltend.

    Typ 2 – Klassische

    Typ 2, die Klassischen, gemäss der Mediennutzungs-Typologie der IGEM basierend auf der Studie Digimonitor

    Die Klassischen verbinden traditionelle und digitale Medien und setzen auf Schweizer Medienmarken.

    Typ 3 – Always-on

    Typ 3, die Always-on, gemäss der Mediennutzungs-Typologie der IGEM basierend auf der Studie Digimonitor

    Die Always-on leben in der digitalen Welt: mobil, vernetzt, unterhaltungsaffin und offen für neue Technologien.

    Typ 4 – Technikaffine

    Typ 4, die Technikaffinen, gemäss der Mediennutzungs-Typologie der IGEM basierend auf der Studie Digimonitor

    Die Technikaffinen adaptieren neue Technologien früh, sind Geräte-affin und nutzen Medien besonders intensiv.

    Typ 5 – Selektive

    Typ 5, die Selektiven, gemäss der Mediennutzungs-Typologie der IGEM basierend auf der Studie Digimonitor

    Die Selektiven nutzen Medien gezielt, datenschutzbewusst und mit Fokus auf praktischen Mehrwert.

    Was die fünf Typen auszeichnet und wie sie Medien und Technologien nutzen, zeigen die folgenden Porträts.

    Typ 1: Analoge

    Die Analogen orientieren sich vor allem an klassischen Medienangeboten. Radio und Fernsehen spielen eine zentrale Rolle in ihrem Alltag, während Streamingdienste, Social Media, Messenger und Gaming deutlich seltener genutzt werden. Gleichzeitig sind sie die aktivsten Teletext-Nutzenden und greifen digitale News häufig ohne Registrierung oder Bezahlabo ab.

    Sie nutzen digitale Geräte insgesamt zurückhaltender: Fast jede fünfte Person besitzt kein Smartphone. Auch KI-Tools werden von den Analogen deutlich seltener verwendet als im Bevölkerungsdurchschnitt.

    Mit 16 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise rund 1,0 Millionen Personen bilden sie die zweitkleinste Mediennutzungsgruppe und weisen den höchsten Frauenanteil auf.

    Auf den Punkt gebracht: Die Analogen sind stark in der klassischen Medienwelt verankert und nutzen digitale Angebote sowie neue Technologien deutlich zurückhaltender als andere Gruppen.

    Typ 2: Klassische

    Die Klassischen stehen für den medialen Mainstream der Schweiz. Sie nutzen sowohl klassische als auch digitale Angebote intensiv, insbesondere Radio, Fernsehen und digitale News von Schweizer Medienmarken. Auch Audiostreaming und Facebook sind überdurchschnittlich verbreitet.

    Neue Technologien wie KI-Anwendungen nutzen sie hingegen zurückhaltender und verlassen sich bei der Informationssuche primär auf klassische Suchmaschinen.

    Mit rund 2,0 Millionen Personen (32% der Bevölkerung) sind die Klassischen die grösste Mediennutzungsgruppe der Schweiz.

    Auf den Punkt gebracht: Die Klassischen verbinden traditionelle und digitale Mediennutzung und orientieren sich stark an Schweizer Medienmarken.

    Typ 3: Always-on

    Die Always-on sind digital, mobil und ständig vernetzt. Sie nutzen Online in allen Facetten und sind die aufgeschlossenste Gruppe gegenüber KI-Anwendungen. Gaming ist ein sehr beliebter Zeitvertrieb. Die Always-on lassen sich gerne unterhalten: Sie weisen besonders hohe Nutzungswerte für Video– und Audio-Streaming sowie für Social Media und Kino auf.

    Ihre Mediennutzung erfolgt überwiegend mobil, häufig über Smartphone und Laptop. Headsets sind bei ihnen stark verbreitet. Auch digitale News werden intensiv genutzt. Beim Einkaufen auf chinesischen Plattformen wie Temu & Co. liegen die Always-on vorne.

    Mit 1,2 Millionen Personen (19% der Bevölkerung) stellen sie die drittgrösste Mediennutzungsgruppe der Schweiz.

    Auf den Punkt gebracht: Die Always-on leben in der digitalen Welt: mobil, vernetzt, unterhaltungsorientiert und offen für neue Technologien.

    Typ 4: Technikaffine

    Die Technikaffinen begeistern sich für neue Technologien und gehören häufig zu den ersten, welche neue Geräte und digitale Angebote nutzen. Sie sind besonders gut mit Smartwatches, Tablets, Smart Speakern und Smart-Home-Lösungen ausgestattet und zeigen eine hohe Affinität zu Apple-Produkten.

    Insgesamt nutzen die Technikaffinen Medien besonders intensiv. Sie weisen die höchste Nutzung von TV, Radio, Videostreaming, Podcasts und digitalen News auf. Fast jeder Zweite verfügt über ein digitales News-Abo. Zudem haben sie den grössten Nutzerkreis auf Business-Plattformen wie beispielsweise LinkedIn.

    Mit rund 600’000 Personen (9% der Bevölkerung) bilden die Technikaffinen die kleinste Mediennutzungsgruppe der Schweiz und weisen den geringsten Frauenanteil auf.

    Auf den Punkt gebracht: Die Technikaffinen adaptieren neue Technologien früh, haben eine hohe Geräteaffinität und nutzen Medien besonders intensiv. 

    Typ 5: Selektive

    Die Selektiven nutzen Medien gezielt und zweckorientiert. Sie konsumieren klassische Medien und digitale News insgesamt zurückhaltender als andere Gruppen und setzen digitale Angebote vor allem dann ein, wenn sie einen konkreten Nutzen bieten. Datenschutz und Werbevermeidung spielen für sie eine wichtige Rolle, weshalb Adblocker und VPN-Dienste überdurchschnittlich verbreitet sind.

    Podcasts, alternative Messenger sowie Mobile Banking und bargeldloses Bezahlen gehören selbstverständlich zu ihrem Alltag. Auch KI-Anwendungen werden von den Selektiven überdurchschnittlich häufig genutzt.

    Mit rund 1,6 Millionen Personen (24% der Bevölkerung) bilden sie die zweitgrösste Mediennutzungsgruppe der Schweiz.

    Auf den Punkt gebracht: Die Selektiven setzen Medien gezielt, datenschutzbewusst und nutzenorientiert ein und konzentrieren sich auf Angebote mit praktischem Mehrwert.


    Methodik der Typenbildung

    Die fünf Typen werden ausschliesslich anhand ihrer Medien- und Gerätenutzung gebildet. Demografische Merkmale wie Alter und Geschlecht fliessen nicht in die Typenbildung ein, sondern dienen der nachträglichen Beschreibung der Gruppen.

    Deshalb kommen alle Mediennutzungstypen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen vor: So gehören beispielsweise 13% der unter 30-Jährigen zu den Analogen und 5% der über 60-Jährigen zu den Always-on.

    Alle Daten, Grafiken und Analysen basieren auf der Quelle: IGEM-Digimonitor 2026, repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung von 15 bis 75 Jahren mit mindestens gelegentlicher Internetnutzung; 6,4 Mio. Personen, n = 1’957.


    Grosse Unterschiede zwischen den Mediennutzungstypen

    Social-Media-Nutzung unterscheidet sich stark zwischen den fünf Typen

    Nutzung von Social Media Plattformen in der Schweiz gemäss den Mediennutzungstypen, basierend auf der repräsentativen Studie IGEM-Digimonitor 2026.

    Bei der Social-Media-Nutzung zeigen sich besonders deutliche Unterschiede zwischen den fünf Mediennutzungstypen. Facebook wird von den Technikaffinen und Klassischen besonders häufig genutzt, während die Technikaffinen auch bei LinkedIn vorne liegen.

    Die Always-on weisen hingegen die höchsten Nutzungswerte bei Instagram, Snapchat, TikTok, Pinterest, X und Reddit auf. Besonders gross sind die Unterschiede zwischen den fünf Typen bei TikTok und Snapchat.

    Always-on nutzen KI-Tools fast dreimal so häufig wie Analoge

    Auch bei der KI-Nutzung zeigen sich grosse Unterschiede zwischen den Mediennutzungstypen. Die Always-on nutzen KI-Plattformen fast dreimal so häufig wie die Analogen auf Wochenbasis. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei ChatGPT, wo die Always-on klar vorne liegen.

    Bei Gemini und Copilot fallen die Unterschiede zwischen den Typen geringer aus. Die Klassischen nutzen Copilot etwas häufiger als Gemini, bei allen anderen Typen liegt Gemini vor Copilot.

    Weitere deutliche Unterschiede zeigen sich bei Gaming, TV, Radio, Video- und Musikstreaming, Podcasts, E-Banking, digitalen Geräten und Messengern.


    Downloads 2026

    Die fünf Mediennutzungstypen wurden auf Basis des IGEM-Digimonitors 2026 aktualisiert und vertieft analysiert. Die aktuellen Ergebnisse stehen in Kürze als Zusammenfassung und Präsentation zur Verfügung.


    Video mit Vorstellung der fünf Nutzungstypen

    Das Video stellt die fünf Nutzungstypen und ihre wichtigsten Merkmale vor.

    Webinar zur Lancierung der Nutzungstypen

    Siri Fischer (IGEM), Maria-Isabel Koch und Dr. Jella Hoffmann (beide WEMF AG für Werbemedienforschung) präsentieren im März 2022 die Mediennutzungs-Typologie.