Produktion und Übertragung von TV-Signalen sind in der Schweiz schon weitgehend digitalisiert. Auch die Nutzung erfolgt zu einem immer grösseren Anteil digital.
Fernsehen
Beim Fernsehen ist im Zusammenhang mit der Digitalisierung das hoch auflösende Fernsehen HDTV ein wichtiges Thema. Die Digitalisierung ist dabei die technische Voraussetzung für HDTV. Und diese wiederum ist die Voraussetzung für 3D-TV. Digitaler Empfang ist nur mit entsprechend ausgerüsteten, modernen Geräten oder einer separaten Settop-Box (pro TV-Gerät) möglich. Für HDTV werden entsprechende Settop-Boxen benötigt, die aber nur Sinn machen, wenn der Bildschirm HD-ready ist. Neuere Geräte enthalten auch bereits entsprechende HD-Tuner. Settop-Boxen sind oft mit einem (digitalen) Festplattenrecorder (auch PVR oder DVR genannt) kombiniert. Die beiden Hauptprogramme der SRG je Sprachgebiet werden seit 29. Februar 2012 durchwegs in HD-Qualität ausgestrahlt (soweit das entsprechende Sendematerial in HD-Qualität vorhanden ist). Gemäss der neusten KommTech-Studie konnten Ende 2011 bereits rund 64 Prozent der Bevölkerung digitale TV-Signale empfangen.
Auf der technischen Basis von HDTV ist dreidimensionales Fernsehen (3D-TV) im Gefolge von dreidimensionalen Kinofilmen die neuste technische Entwicklung. Entsprechende TV-Geräte sind bereits im Handel. Mehr zum Thema erfahren Sie im Glossar oder auf der Website des HD-Forums.
Terrestrisch (drahtlos)
Die terrestrische Verbreitung von TV-Signalen spielt in der Schweiz nur eine Nebenrolle. Gemäss der neusten KommTech-Studie haben Ende 2011 nur 3,5 Prozent der Bevölkerung zuhause Fernsehsignale über eine Aussenantenne empfangen. Ausser in Grenzregionen können nur die Programme der SRG auf diese Weise empfangen werden. Seit Ende 2007 ist die Verbreitung in der Schweiz digitalisiert (via DVB-T). Im Gegensatz zu allen anderen digitalen Übertragungswegen ist DVB-T in der Schweiz aber nicht HDTV-tauglich.
DVB-H, ein speziell für die Übertragung auf Handys ausgerichteter Standard hat sich nicht durchgesetzt weil nur einige wenige Geräte mit einem entsprechenden Tuner angeboten wurden. Inzwischen ist klar, dass auch im mobilen Bereich der TV-Empfang via Internet der Königsweg ist. Voraussetzung ist ein Smartphone wie das iPhone. Mit Swisscom TV Air sind auf diesem Weg bereits eine grosse Anzahl von TV-Programmen empfangbar. Der Zugang ist nur mit einem entsprechenden Abo (Fr. 9.-/Monat) möglich, das aber auch den (voluminösen) Datenverkehr einschliesst. Dies im Gegensatz zu Angeboten über (teilweise gratis erhältliche) iPhone-Apps.
Satellit
Auch der direkte Satellitenempfang spielt in der Schweiz eine untergeordnete Rolle. Dieser Übertragungsweg ist vorwiegend digital, einzelne Satelliten schalten 2012 die analoge Verbreitung ab. Gemäss der neusten KommTech-Studie haben Ende 2011 etwa 11 Prozent der Bevölkerung zuhause Fernsehsignale über Satellit empfangen. Benötigt werden Schüssel und ein Satellitenreciever, der für den Empfang von digitalen Signalen (DVB-S) auch entsprechend digital sein muss und die Funktionen einer Settop-Box übernimmt. Auch wenn die Programmauswahl riesig ist, fehlen ausgerechnet die schweizerischen Regionalprogramme sowie StarTV und 3+, die alle exklusiv nur via Kabel oder Internet verbreitet werden. Für den HDTV -Empfang genügt eine normale Satellitenanlage, die Antennenschüssel muss aber einen Durchmesser von mindestens 60 cm haben.
Kabelgebunden
Kabelnetze: 77 Prozent der Bevölkerung empfingen Ende 2011 gemäss der KommTech-Studie ihre Fernsehsignale über Kabel oder über das Telefonnetz. Der Empfang via Kabelnetz geht aber zurück während derjenige über das Telefonnetz (v.a. Swisscom TV) stark zugenommen hat. Die meisten Kabelnetze bieten heute sowohl analoges als auch digitales Fernsehen (DVB-C) an. Analoges Fernsehen ist ein Auslaufmodell.
Internet: Bei der Verbreitung von Fernsehsignalen via Internet sind zwei Arten zu unterscheiden: Beim geschlossenen Nutzerkreis wie bei Swisscom-TV und seit Anfang 2012 auch Sunrise TV sind die Empfangsmöglichkeiten mit dem Kabelfernsehen zu vergleichen. Dem steht Web-TV gegenüber, das über den Internetbrowser zu empfangen ist. Neben den Programmen der meisten TV-Anstalten wird auf diesem Weg eine Vielzahl von speziellen (und teilweise sehr spezialisierten) Programmen verbreitet. Die Empfangsqualität ist aber vielfach eher schlecht. Eine Mischung bieten Zattoo, Wilmaa oder Teleboy an. Ihre Auswahl ist mit dem Angebot von Kabelnetzen vergleichbar.
