Während die Produktion von Radiosignalen weitgehend digital erfolgt, prägen bei der Übertragung und der Nutzung die analogen Formen weiterhin das Bild.

Radio

Terrestrisch (drahtlos)

In Schweizer Haushalten stehen nach Schätzungen von Branchenkennern zwischen 18 und 24 Millionen UKW-Radios. Auch die in Mobiltelefonen eingebauten Empfangschips empfangen nach wie vor praktisch ausschliesslich UKW-Signale. Die digitale Verbreitung wird deshalb während vielen Jahren eine Ergänzung zu UKW darstellen. Für die Veranstalter bedeutet dies eine entsprechende Verteuerung der Infrastrukturkosten während vieler Jahre. Als Technologie hat sich dabei DAB bzw. das neuere DAB+ durchgesetzt. Gemäss der KommTech-Studie 2012 empfangen 9,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren inzwischen Radiosendungen auch auf diesem Weg. Die Versuche mit dem sogenannten HD-Radio wurden dagegen abgebrochen.

Inzwischen ist in der ganzen Schweiz der Empfang von DAB möglich. Diese Technologie eignet sich vor allem für die Abdeckung von relativ grossen Verbreitungsgebieten, nicht aber für die vergleichsweise kleinen Gebiete der schweizerischen Privatradios. Diese müssen sich aber inzwischen nur noch bei der Verbreitung über UKW an die Konzessionsgebiete halten. Die seit Oktober 2009 sendenden, privaten DAB-Radios werden mit dem neuen, zukunftsträchtigen Standard DAB+ ausgestrahlt und sind in weit grösseren Gebieten zu empfangen als über UKW. Seit der Abschaltung des Mittelwellensenders Beromünster (Ende 2008) ist beim Handel die Nachfrage nach digitalen Radiogeräten deutlich angestiegen, da die DRS Musikwelle seit Anfang 2009 über die Luft nur noch digital empfangen werden kann.

Satellit

Der direkte Satellitenempfang spielt im Radiobereich in Europa kaum eine Rolle.

Kabelgebunden

Der kabelgebundene Radioempfang spielt für das mobile Medium Radio eine sekundäre Rolle. Auch wenn hier die Verbreitung schon mehrheitlich digitalisiert erfolgt. Zwei Verbreitungsarten sind hier zu unterscheiden:

Kabelnetze: Die schweizerischen Kabelnetze sind grundsätzlich für den digitalen Radioempfang eingerichtet. Dafür wird (genau gleich wie beim Fernsehen) eine Settop-Box benötigt, die beim Kabelnetzbetreiber oder im Fachhandel gekauft oder gemietet werden kann. Die meisten Kabelnetze (aber auch Swisscom-TV) bieten in ihren digital übertragenen TV-Angeboten auch Radiosender an. Diese Möglichkeit wird auch zunehmend genutzt. Die Zahl derjenigen, die Radio auch via TV-Gerät hören ist gemäss der KommTech-Studie von Ende 2009 bis Ende 2011 von 8,4 auf 14,7 Prozent angestiegen. Kabelradio ist heute nach wie vor in erster Linie Analogradio.

Internet: Die mit Abstand am weitesten verbreitete digitale Empfangsmöglichkeit für Radio stellt das (digitale) Internet dar. Genutzt wird sie allerdings noch eher zögerlich. Gemäss der neusten KommTech-Studie hörten Ende 2011 lediglich 15,4 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal wöchentlich Radio via Internet. Bei den 15- bis 24-Jährigen sind es allerdings bereits 20,5 Prozent. Mit der zunehmenden Verbreitung des mobilen Internets, verbunden mit Flatrate-Angeboten der Telefonprovider dürfte dieser Verbreitungsweg aber weiter an Bedeutung gewinnen.

Digitalisierung